Vielleicht habt ihr es über Facebook schon gesehen: Aktuell läuft eine Petition zum Hochschulfinanzierungsvertrag, der zur Zeit mit der grün-schwarzen Landesregierung ausgehandelt wird. Wie ihr möglicherweise in den letzten Wochen auf dem Campus oder auch in den Medien mitbekommen habt, laufen die Verhandlungen aus Sicht der Hochschulen alles andere als gut. Die chronische Unterfinanzierung, die auch wir an der Uni Stuttgart in den letzten Jahren immer deutlicher spüren, wird sich nach aktuellem Stand nur noch weiter verschlimmern. Vor Kurzem fanden deshalb auch landesweite Protestkundgebungen statt, an der sich viele Studierende und auch Angestellte der Hochschulen beteiligt haben.

Als Promovierende sind wir von den finanziellen Lücken gleich mehrfach direkt betroffen:

  • Als (Promotions-)Studierende sind qualitativ hochwertige Seminare, Vorlesungen und Weiterbildungsmaßnahmen wichtig, um uns bestmöglich für unsere gewünschte berufliche Laufbahn zu qualifizieren. DoKUS setzt sich beispielsweise für einen deutlichen Ausbau des Angebots an Qualifizierungsmaßnahmen ein. Dafür ist jedoch Geld nötig, denn Bildungsveranstaltungen mit hoher Qualität setzen meistens Referenten voraus, die ein gar nicht so geringes Honorar verlangen.
  • Als Lehrende wiederum bekommen wir die Finanzierungslücke deutlich zu spüren, wenn wir vor lauter Prüfungskorrekturen und Betreuung von Vorlesungen und Praktika zu Stoßzeiten gar nicht mehr zu unserer Forschung kommen. Es ist außerdem ermüdend, Studierenden immer wieder erklären zu müssen, dass man durchaus weiß, dass das Equipment in einem Laborpraktikum maximal dem Stand von vor 10 Jahren entspricht, man aber nicht das Geld hat, die alten Gerätschaften zu ersetzen.
  • Apropos alte Gerätschaften: für die eigene Forschung ist es natürlich auch frustrierend, wenn man permanent das Gefühl haben muss, aufgrund veralteter Techniken gar nicht die Chance zu haben, bei der State-of-the-Art-Forschung im internationalem Umfeld mithalten zu können. Ganz zu schweigen von den alltäglicheren Problemen wie mangelnder Finanzierung für Konferenzbesuche, Publikationen in den großen Journals oder schlichtweg einen Arbeitsvertrag, mit dem man sich auch in der Stuttgarter Umgebung mehr als ein Zimmer von der Größe eines Mauselochs leisten kann.

Bitte nehmt euch einen Augenblick Zeit und unterschreibt die Petition der Landesstudierendenvertretung! Wenn wir unserer Stimme im Ministerium Gehör verschaffen wollen, dann braucht es viele Stimmen, die gemeinsam protestieren – jede einzelne zählt.